Um 19:00 Uhr
Eröffnung der Ausstellung von Isabel Amado, Sound-Aktivierung, partizipative Performance „Corpi d’Aria“ mit Tanz und Klang, Handwerksdruckwerkstatt auf Fächern mit recycelten Materialien. Zum Abschluss eine Live-Bodypainting-Performance. Kuratiert von KomBo Studio.
SENSIBLE MATERIAL
Ein immersiver künstlerischer Weg zwischen Körper, Raum und Beziehung
Sensibles Material ist ein kuratorisches Projekt von Giorgia Checcucci, entstanden aus der Entwicklung ihrer eigenen künstlerischen Forschung. Der gesamten Erfahrung liegt eine grundlegende Frage zugrunde: Inwieweit trägt der Ort, an dem wir leben, dazu bei, wer wir sind? Der Ausgangspunkt ist die tiefe Verflechtung von Identität und Raum, wobei „wer ich bin“ nicht vom „wo ich bin“ getrennt werden kann. Jede Umgebung, die wir durchqueren, hinterlässt Spuren in unserer Wahrnehmung, unserem Gedächtnis und unserem Beziehungsaufbau; gleichzeitig verwandeln wir die Räume, in denen wir leben, durch unsere bloße Anwesenheit.
Forschungsarbeiten finden eine wichtige Resonanz im Konzept des Embodiment, entwickelt vom Anthropologen Thomas Csordas, demzufolge der Körper der primäre Ort ist, durch den wir die Welt erleben. In dieser kuratorischen Struktur hört der Raum auf, nur ein Behälter für die Arbeit zu sein, und wird zu lebendigem Material und integraler Bestandteil des künstlerischen Prozesses, in dem Installationen, Performances, Klang und Beteiligung in einer einzigen Erfahrung für das Publikum zusammenkommen.
Diese erste Ausgabe fand im Kombo Studio den idealen Rahmen, um Realität zu werden. Die interdisziplinäre Natur des Studios, die experimentelle Freiheit und sein starkes Gemeinschaftsgefühl ermöglichten es, die Forschung in ein kollektives Projekt zu erweitern, das visuelle Kunst, Klangforschung und performative Praktiken miteinander verbindet. Die Wurzeln des Studios reichen bis in die Klangkultur zurück: Daher begleitet der Klang nicht nur den Ausstellungsprozess, sondern trägt auch dazu bei, ihn zu gestalten, indem er die räumliche Wahrnehmung formt.
DIE ZWEI EBENEN DER ERFAHRUNG
Der Weg verläuft durch zwei Räume, die als zwei verschiedene, aber sich ergänzende Wahrnehmungsebenen konzipiert sind:
PROGRAMM DES ABENDS
ÄUSSERES
19:00 — 21:00
Klanginstallation und Performance “Corpi d’Aria”
Eine einzige immersive Erfahrung, aufgeteilt in drei aufeinanderfolgende Kapitel. Während des gesamten Weges entfaltet sich die Klangforschung durch den Dialog zwischen Sounddesign, Stimme, Querflöte und Performance mit Gläsern, während die Tänzerin die drei Momente mit kontinuierlicher Performance durchläuft. Die langen Schleier an ihren Händen werden zur Erweiterung des Körpers, machen den Atem und den Dialog mit dem Raum sichtbar.
Der Weg beginnt mit einer Reflexion über den Körper als ersten Ort des Zuhörens, der den Atem und die Vibrationen im Raum durch Sounddesign und Stimme erkundet.
Das Zuhören öffnet sich zur Anwesenheit des anderen. Die Querflöte führt die Beziehung zwischen Körper und Instrument ein, indem sie einen Dialog aufbaut, der die Wahrnehmung des Raumes verändert.
Die letzte Bewegung erweitert die Wahrnehmung in Bezug auf die Beziehung zum Ort. Die Klangperformance mit den Gläsern verwandelt die Objekte im Raum in echte Musikinstrumente und lässt den Klang aus der Umgebung hervortreten.
INNERES
22:30 — 23:00
Live-Bodypainting-Performance
Der Abend endet mit einer Performance, bei der zwei Künstlerinnen durch Berührung einen tiefen Dialog aufbauen. Die Hände, in Farbe getaucht, werden zu Beziehungsinstrumenten: Jeder Kontakt hinterlässt eine Spur auf dem Körper der anderen Performerin, und jede Spur erzeugt eine neue Bewegung. Die Berührung aktiviert die Geste und die Farbe bewahrt ihr Gedächtnis, macht die entstehende Beziehung zwischen den Körpern sichtbar.
Schwerpunkt auf dem Kunstwerk: “Maya” Die Performance im Innenbereich wird durch Video- und Fotodokumentation von Maya begleitet, der Installation von Giorgia Checcucci, die den Ursprung der Forschung bildet, aus der das gesamte Projekt entstand.
Maya ist ein zweidimensionales quadratisches Stahlperimeter, das durch die Spannung von Kabeln und Verankerungspunkten Form annimmt. Das Kunstwerk hat keine festgelegte Konfiguration: Jedes Mal bestimmt der Ort seine Form neu. Installiert in den drei Schlüsselgebieten der Künstleridentität (Cave del Predil, Livorno und Milano), reflektiert die spiegelnde Oberfläche des Stahls die Umgebung, was zeigt, dass die Identität nur durch die fortlaufende Beziehung zu den Orten entsteht, die wir bewohnen. Das Live-Bodypainting stellt die Weiterentwicklung dieses Konzepts dar: Während in Maya die Landschaft Spuren hinterlässt, ist es in der Performance der Kontakt zwischen den Körpern, der Erinnerungen schafft.
Effetto Venezia 2026 wird die Jugendkonsultation der Stadt Livorno und die Spezielle Stadtratskommission ‚Livorno Stadt der Jugend‘ einbeziehen, die das Viertel mit einem Programm voller Aktivitäten, Performances und Workshops beleben werden.
Die Nächte von Effetto Venezia 2026 werden sich zwischen drei Orten im Viertel Venezia erstrecken – der Kaffee-Shop, das Gazebo am Piazza Domenicani und die Querstraße zwischen Via Borra und Via Traversa – mit einem Kalender von Veranstaltungen, die Kunst, Musik, Technologie, Inklusion und Bürgerbeteiligung miteinander verweben. Jeder Abend ist darauf ausgelegt, Jugendliche durch ihre eigenen Sprachen anzusprechen und bietet Erfahrungen, die von kreativen Workshops bis hin zu Live-Performances, von Wanderpodcasts bis hin zu Videospielturnieren, bis hin zu Abenden der Reflexion über tiefgreifende soziale Themen reichen.
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